Chemo-Tasche packen bei Brustkrebs
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Chemo-Tasche packen: 9 Dinge für den Infusionstag

Beim ersten Mal hatte ich eine Handtasche dabei. Portemonnaie, Handy, Schlüssel. So wie immer. Eine Chemo-Tasche packen? Daran hatte ich überhaupt nicht gedacht.

Nach zwei Stunden im Sessel war mir kalt, mein Akku war fast leer, und ich merkte: Auch wenn vieles vor Ort da ist, fühlt es sich besser an, ein paar eigene Dinge dabeizuhaben.

Die Chemo-Tasche zu packen kann verunsichern, gerade beim ersten Mal. Es ist einfach eine Situation, die du noch nie geübt hast. Warum auch. Hier ist, was hineingehört, was du weglassen kannst und woran fast niemand denkt.

Inhalt

Etwas zu trinken bekommt man meistens. Zeitungen liegen in vielen Praxen aus. Bei mir gab es sogar Decken vor Ort. Trotzdem ist es gut, wenn du deine Tasche nicht nur für das packst, was medizinisch nötig ist, sondern für das, was dich durch diese Stunden trägt. Nicht perfekt, nicht überorganisiert. Einfach so, dass du dich ein bisschen weniger ausgeliefert fühlst. Praktische Hinweise rund um die Chemotherapie findest du auch beim Krebsinformationsdienst.

Die Packliste: 9 Dinge für den Infusionstag

1. Etwas Eigenes zu trinken

Auch wenn du vor Ort etwas bekommst, nimm eine Flasche Wasser oder einen Tee mit, den du magst. Nicht weil du sonst verdurstest, sondern weil es guttut, etwas Vertrautes in der Hand zu haben. Manche berichten, dass sich der Geschmackssinn verändert und Süßes plötzlich unangenehm ist. Nimm lieber etwas Neutrales.

2. Etwas Warmes

Bei mir gab es Decken in der Praxis, und vielleicht ist das bei dir auch so. Trotzdem kann eine eigene Strickjacke, ein Schal oder warme Socken angenehm sein. Nicht als Muss, eher als kleines Stück Zuhause auf dem Behandlungssessel.

3. Kleidung mit Zugang

Wenn du einen Port hast, ist ein Oberteil praktisch, das sich vorne öffnen lässt oder einen weiten Ausschnitt hat. Zuknöpfbare Hemden, Wickeloberteile, V-Ausschnitt. Alles, was du nicht über den Kopf ziehen musst, während irgendwo ein Zugang liegt.

4. Kopfhörer

Auch wenn du keine Musik hörst. Sie sind ein freundliches Schild, dass du gerade nicht reden möchtest. Und wenn um dich herum viel los ist, helfen sie, ein bisschen bei dir zu bleiben.

5. Ladekabel und Powerbank

Das Handy haben die meisten sowieso dabei. Aber der Akku ist oft schneller leer als gedacht, vor allem beim Warten. Nicht jeder Platz hat eine Steckdose in Reichweite.

6. Etwas Leichtes zur Ablenkung

Ein dünnes Heft, ein Rätsel, eine Serie auf dem Handy, ein Hörbuch. Nichts, wofür du dich sehr konzentrieren musst.

7. Etwas zu essen

Kekse, Nüsse, ein Brot. Nichts Duftendes, aus Rücksicht auf die anderen im Raum und auf dich selbst.

8. Lippenpflege

Klingt nebensächlich. Trockene Lippen sind bei vielen das Erste, was nervt.

9. Ein Zettel und ein Stift

Für die Dinge, die dir während der Infusion einfallen. Fragen an die Ärztin, Termine, Gedanken, die sonst im Kreis laufen. Was du dabei festhältst, hilft dir beim nächsten Gespräch: Das Arztgespräch vorbereiten in 5 Schritten.

Chemo-Tasche packen, was du für den Infusionstag wirklich brauchst

Was du weglassen kannst

  • Große Pläne. Das dicke Buch, die Sprachlern-App, der Podcast, den du endlich hören wolltest. Konzentration ist an diesem Tag oft schwieriger als gedacht.
  • Parfüm und stark duftende Cremes. Der Geruchssinn verändert sich bei vielen, und was vorher schön war, kann plötzlich unangenehm sein.
  • Schmuck. Ringe und Armbänder am Arm, an dem gearbeitet wird, sind nur im Weg.
  • Zu viel. Eine schwere Tasche schleppt sich schlecht, gerade auf dem Rückweg. Eine mittelgroße reicht.

Beim ersten Mal, was dich sonst noch erwartet

Ein paar Dinge, die vorher kaum jemand erzählt und die den Tag berechenbarer machen:

Es dauert länger, als im Termin steht. Vor der Infusion kommen meistens Blutabnahme, Wartezeit auf die Werte und das Ärztinnengespräch. Rechne lieber mit dem halben Tag als mit zwei Stunden, dann ist der Rest ein Geschenk.

Du sitzt nicht allein. In den meisten Praxen ist es ein gemeinsamer Raum. Manche mögen das, weil es Gesellschaft ist. Andere brauchen die Kopfhörer. Beides ist in Ordnung.

Und plane niemanden ein, der dich abends noch braucht. Wie du dich nach der Infusion fühlst, weißt du beim ersten Mal noch nicht.

Für die Tage danach

Die Tasche ist das eine. Der Tag danach ist oft der wichtigere.

Wenn du vorher schon weißt, dass du an Tag drei kaum aus dem Bett kommst, kannst du das einplanen. Einkäufe vorher erledigen, das Nötigste in Reichweite legen, Termine bewusst freihalten.

Welche Tage bei dir die schweren sind, merkst du nach zwei bis drei Zyklen. Genau deshalb lohnt es sich, es aufzuschreiben. Mehr dazu steht in Nebenwirkungen dokumentieren. Und warum diese Erschöpfung sich anders anfühlt als normale Müdigkeit, erkläre ich in Fatigue bei Chemotherapie.

Wenn Begleitung nicht möglich ist

Vielleicht fragst du dich, ob jemand mitkommen sollte.

Bei mir war das nicht möglich, auch wegen der Privatsphäre der anderen Menschen im Raum, und das konnte ich gut verstehen. Eine Chemo findet nicht in einem abgeschlossenen kleinen Kosmos statt. Da sitzen andere mit ihrer eigenen Angst, ihren eigenen Gesprächen, ihrer eigenen Müdigkeit.

Wenn Begleitung bei dir erlaubt ist und sich richtig anfühlt, kann sie natürlich helfen. Aber wenn es nicht geht, heißt das nicht, dass du etwas falsch machst oder allein gelassen wirst.

Dann darf deine Tasche ein bisschen mehr Begleitung übernehmen. Etwas Warmes, etwas Vertrautes, Kopfhörer, ein aufgeladenes Handy, vielleicht ein paar Sätze auf einem Zettel. Kleine Dinge, die nicht alles leichter machen, aber dich daran erinnern: Ich bin vorbereitet. Ich darf mir helfen.

Häufige Fragen zur Chemo-Tasche

Wie groß sollte die Tasche sein?

Mittelgroß, mit einem Riemen über der Schulter. Auf dem Rückweg bist du oft müder als gedacht, und dann zählt jedes Kilo.

Darf ich während der Infusion essen und trinken?

Meistens ja, aber frag beim ersten Mal kurz nach. Es kann sein, dass für deine Behandlung etwas anderes gilt.

Wie lange dauert so ein Termin?

Das ist sehr verschieden und hängt vom Behandlungsplan ab. Mit Blutabnahme, Wartezeit und Gespräch wird oft ein halber Tag daraus. Frag bei deinem Team nach, wie es bei dir aussieht.

Kann ich selbst nach Hause fahren?

Beim ersten Mal lieber nicht allein planen, weil du noch nicht weißt, wie du reagierst. Sprich das vorher mit deinem Behandlungsteam ab.

Ein kleiner Anker für die Wartezeit

Was mir am meisten geholfen hat, war nicht die Tasche, sondern ein Heft darin.

Zwischen Ankommen und Anfangen liegen oft Wartezeiten, in denen die Gedanken laut werden. Ein paar Zeilen aufzuschreiben, oder auch nur ein Kreuzchen zu setzen, gibt diesen Gedanken einen Ort außerhalb vom Kopf. Warum das trägt, steht hier: Tagebuch schreiben bei Krebs.

Genau dafür habe ich mein Journal An manchen Tagen reicht ein Kreuzchen gemacht. 180 Tagesseiten mit Platz für Termine, Fragen an das Behandlungsteam und alles, was sonst nirgends hindarf. An guten Tagen schreibst du mehr, an anderen reicht wirklich ein Kreuzchen.

Fang klein an

Du musst die perfekte Tasche nicht beim ersten Mal haben.

Pack für den nächsten Termin drei Dinge ein: etwas Warmes, etwas zu trinken, Kopfhörer. Nach dem Termin weißt du besser, was dir gefehlt hat, und beim übernächsten Mal ist die Tasche schon deine.

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Hinweis: Die Inhalte auf dieser Website dienen der allgemeinen Information und beruhen auf persönlicher Erfahrung sowie fachlichem Hintergrundwissen der Autorin. Sie ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn es dir anhaltend schlecht geht, wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere Fachperson.

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